Es gibt da draußen Menschen, die ich liebe. Die ich schon fast vergöttere. Meine Mama, mein Freund, mein bester Freund und viele andere Menschen, bei denen ich gar nicht fertig werden würde sie aufzuzählen und nicht gleich mit Geschichten auszuufern, die ich mit ihnen erlebt habe. Mein bester Freund sagte früher immer zu mir, dass ich wunderbare Vorträge halten kann, wenn es darum geht den Leuten persönlich zu sagen, was sie mir bedeuten. Eigentlich würde ich jetzt sagen, dass es mir ja leid tut, aber ey: Ich glaube jeder freut sich über solche „Vorträge“, einfach weils kaum Menschen mehr tun.

Menschen da draußen, die ich liebe, haben es nicht einfach. Sie kämpfen jeden Tag mit sich selbst, mit ihrer Umwelt, mit allem was sie haben und dabei sind sie nur zerbrechliche Wesen. Ja, auch wenn in Büchern immer steht, dass Menschen gegenüber Fantasiewesen zerbrechliche und niedere Wesen sind, so muss ich doch mal sagen, dass sie eines der stärksten und gleichzeitig schwächsten Lebewesen überhaupt sind. Ich sehe es doch jedes Mal aufs Neue, wenn wieder eine altbekannte Situation auf uns niederregnet und sie, aber auch ich, jedes Mal wieder zusammenbrechen. Das Schöne dabei ist, dass wir immer wieder aufstehen. Und so sind wir eben die stärksten, aber auch die schwächsten Wesen.

Unsere Gefühle sind einfach unberechenbar. Wir lieben bis aufs Ganze, wenn der gegenüber in einem Emotionen hervorkochen lassen kann wie sonst niemand anderes. Dabei beschwerten sich meine Eltern früher immer, das wenn ich mit meinem besten Freund zum Beispiel Minecraft spielte, dass ich immer so rumgeschrien habe. Tut mir leid Mama, aber heute nimmst du mir das nicht mehr übel, das weiß ich. 🙂 Sie erzählte mir auch die Geschichte darüber, dass ihr Vater immer über Dick und Doof ganz arg lachen musste und sie als Kind immer mitlachen musste, obwohl sie meinen Opa nur von Weitem hörte. Und selbst heute erzählt sie, dass wenn sie mich mit meinem besten Freund lachen hört, dass sie auch mitlachen oder -schmunzeln muss.

Doch so schön die Welt sein kann, hat sie auch dunkle Seiten. Seiten, die erschreckend sind. Seiten, bei denen man zurückweicht und sich fragt warum in aller Welt habe ich das a) nicht kommen sehen und b) nicht verhindert? Ich glaube, dass man vieles einfach gar nicht zurückhalten kann. Man stelle sich einfach mal vor, man würde nie streiten. Oder nie anderer Meinung sein. Natürlich ist es erschreckend, wenn daraufhin etwas passiert, womit man nie gerechnet hat. Bei dem man immer wusste, dass die andere Seite explosiv sein kann und genau das eintritt, wovor man Angst hat. Bis heute frage ich mich immer wieder, ob ich viele Dinge im Leben nicht hätte aufhalten können. Natürlich kleinere Sachen wie Sätze, die man hätte nie aussprechen sollen, weil sie so verletzend sind. Gedanken, die man sich hätte sparen können, weil dadurch Eifersucht oder Neid entstand. Dinge, die man nie gesagt hat, aber hätte tun sollen, weil so Missverständnisse gar nicht zustande gekommen wären. Die Liste könnte immer weitergehen, aber warum sollte das Leben rückgängig gemacht werden können?

Das macht das Leben doch mitunter aus. Wir lernen aus unseren Fehlern nichts gesagt oder jemals diesen Satz ausgesprochen zu haben. Mit jeder Beziehung (und hier definiere ich Beziehung auf familiärer, freundschaftlicher und liebesbasierter Basis), die wir eingehen und pflegen als wäre es unser Augapfel, machen wir Fehler. Ist mal jemandem aufgefallen, dass wir scheinbar nur Fehler gegenüber denen machen, die uns wirklich viel bedeuten? Nicht nur ein Bekannter oder ein Verwandter, der uns eh nicht interessiert. Immer sind es die Nahstehenden. Aber ganz ehrlich: Lieber mache ich Fehler. Das Leben stellt Beziehungen jeden Tag auf die Probe und so kristallisiert sich heraus, ob man eben für ein Leben lang Seite an Seite das Leben leben kann oder eben nicht. Jede Beziehung wächst und gedeiht an Fehlern, die man vielleicht nicht Fehler nennen kann. Vielleicht sind sie nur Kleinigkeiten, unnötig, aber dennoch sind es Dinge, die die Beziehung wachsen lässt.

Und so sage ich, auch wenn manchmal Beziehungen, Gegenstände, man selbst und die anderen scheinbar kaputt gehen, steht man insofern man stark genug ist, wieder auf, greift einander die Hände, streicht sich den Dreck von einem ab und bestreitet weiterhin alles wofür man bis zu diesem Moment gekämpft hat.

Gemeinsam.