7 Gedanken, die uns vom Leben abhalten

Es ist schon ein wenig verrückt: Noch nie hatte eine Generation solch große Chancen und doch leben nur sehr wenige von uns wirklich ihr volles Potential oder ihren Traum. Ich habe mich gefragt: Wie kann das sein? Und rausgekommen sind die folgenden 7 Gedanken, die uns vom Leben abhalten.

  1. Wenn ich erst mal gespart habe, dann werd’ ich so richtig leben

Eine Art Volkskrankheit in Deutschland ist es, zu akzeptieren, dass wir erst mal ganz viel arbeiten müssen, um dann irgendwann ganz viel Geld zu haben um dann so richtig leben zu können. Doch das Problem mit solchen Gedanken ist, das vielleicht sehr viel Lebenszeit an uns vorbei in der wir einfach nur wie eine leere Hülle vor uns hin leben und vielleicht werden wir die gesteckten Ziele ja sogar nie erreichen können. Deshalb ist es wichtig, sein Leben täglich zu leben! Wenn wir ehrlich sind, können wir auch schon jetzt uns manche Träume erfüllen.  Also Ziele sind wichtig aber sie dürfen nicht dafür sorgen, dass wir unser Leben quasi einstellen.

  1. Der Garten des Nachbarn ist immer grüner. Immer!

Ein Sprichwort sagt: “Neid ist die größte Anerkennung in Deutschland, die man bekommen kann.” Und gleichzeitig gilt: “Der Garten des Nachbarn ist immer grüner”. Ich finde diese Sprichwörter drücken sehr gut aus, auf welchen Werten unsere Gesellschaft aufbaut. Eigentlich wollen wir immer das Andere, obwohl es uns wahrscheinlich in unserer jetzigen Situation sehr gut geht. Wir wollen gar nicht so richtig sehen, was wir schon alles erreicht haben und tendieren dazu mit unserem eigenen Leben immer unzufrieden zu sein. Aber unserem Nachbarn, dem geht es so richtig gut. Schwachsinn! Ich denke letztlich geht es hier den meisten sehr ähnlich. Es ist also wichtig zu lernen, dankbar und zufrieden zu sein für das was man hat und das eigene Leben zu genießen. Etwas Neid ist sicherlich natürlich, aber es sollte nicht unser Leben bestimmen.

  1. Ach, das ist mir zu unsicher

Auf der Gegenseite ist es häufig auch der Fall, dass wir vor unbekannten und unbestimmten Situationen und Entscheidungen zurückschrecken. Die meisten von uns in Deutschland lieben einfach die Sicherheit. Einen festen Job. Verlässliche Strukturen. Alles ist gesetzt. Und wenn man hiermit glücklich ist, ist das auch absolut okay. Doch meine Erfahrung zeigt, dass viele Menschen in Deutschland einfach zu viel Angst vor einer risikoreicheren Entscheidung haben. Es ist das Unbekannte, das uns zurückschrecken lässt und somit vielleicht unsere Zukunft verbaut. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind müssen wir eingestehen, dass es wahrscheinlich wesentlich schlimmer ist ein Leben lang mit Ungewissheit zu leben („was wäre heute, wenn ich damals…“) als vielleicht eine risikoreiche Entscheidung zu treffen und zu scheitern. Denn in letzterem Fall wissen wir, das wir alles versucht haben, um zu erreichen was wir erreichen wollten. Danach stehen wir einfach auch und laufen weiter.

Gedanken halten uns vom Leben ab

  1. Das Geld spare ich lieber, wer weiß was später noch so passiert

Mit der Unsicherheit verbunden ist die Angst, dass wir aus irgendeinem Grund bitterlich verarmen. Das macht uns Deutsche zu Sparmeister! Und das ist irgendwo auch gut so, denn Erspartes gibt einem das Gefühl der Sicherheit. Doch es darf nicht dazu führen, dass man mit sich selbst sehr geizig ist und daher sich seine Träume einfach nicht erfüllt, obwohl man eigentlich die finanziellen Mittel hierzu hat. Denn vielleicht braucht man das Geld ja noch viel später. Nein, man muss nicht jeden Tag so leben als wäre es der letzte. Wir sind aber auch nicht auf diesem Planeten, um Risiko zu minimieren und die Zukunft abzusichern. Wie so oft ist ein gesundes Mittelmaß sicherlich der beste Weg. Also liebe Sparer gönnt euch auch mal etwas von eurem Geld und lebt, denn dafür geht ihr schließlich ja auch arbeiten.

  1. Was werden die Anderen von mir denken

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo diese Denkweise her kommt aber ich glaube sie steckt fast in jedem von uns. Uns Menschen scheint es sehr wichtig, was unser Umfeld über uns und unsere Entscheidung denkt. Und das lassen wir – manchmal mehr, manchmal weniger –  in unsere Lebensentscheidungen mit einfließen. Daher ist es für mich eine der größten persönlichen Entwicklungen, seine Selbstwertschätzung von den Meinungen Dritter zu entkoppeln und stattdessen 100% nach den eigenen Wertvorstellungen zu leben. Egal was geredet wird. Versteht mich nicht falsch, enge Freunde und Familie sollte man immer zuhören. Doch wenn man etwas machen oder sich für etwas entscheiden möchte, das einem wichtig ist, dann sollte man es auch machen, egal was die Anderen denken! Es ist unser Leben. Trefft keine Entscheidungen, um anderen zu gefallen.

  1. Wir müssen für das was wir lieben bezahlt werden

Auch ein interessanter Gedanke ist, dass wir denken, dass wenn wir unserer Passion oder Bestimmung nachgehen hierfür auch zwingend bezahlt werden müssen. Funktioniert das nicht, dann müssen wir das auch beenden. Es ist schließlich nicht rentabel. Doch was man auch sehen muss ist, dass wir aus solchen Tätigkeiten und Projekten Erfüllung und Lebensfreude ziehen können. Dingen die eigentlich unbezahlbar für uns sind. Es ist also wichtig zu verstehen, dass die Quellen für finanzielles Einkommen und Erfüllung nicht zwingend übereinstimmen müssen. Es wäre zwar das Best-Case-Szenario aber das ist leider nicht immer möglich. Ich denke man muss auf jeden Fall seinen Träumen, seiner Passion und Bestimmung nachgehen, auch wenn man vielleicht die ersten Jahre damit kein Geld verdient. Denn ansonsten besteht die Gefahr, dass man irgendwann alt ist und auf sein Leben zurückblickt und sich fragt: Was wäre gewesen, wenn ich es wenigstens probiert hätte. Und dann besteht die Gefahr der Verbitterung.

  1. Ach wenn die Beziehung nicht klappt, Tinder ich halt wieder

Ein Kernelement eines ausgeglichenen und hoffentlich auch glücklichen Lebens ist der Faktor Liebe und Beziehung. Ich für meinen Teil musste feststellen, dass die Schnelllebigkeit und die Fülle an Optionen, die man auf dem heutigen “Dating-Markt” hat, uns mit einer gefährlichen Gleichgültigkeit auftreten lässt. Das führt dazu, dass wir uns vielleicht gar nicht mehr mit eigentlich wichtigen Problemstellungen in einer Beziehung beschäftigen müssen, weil wir einfach ganz schnell zur nächsten laufen oder tindern können. Doch wie im restlichen Leben, ist auch in einer Beziehung nicht immer alles perfekt und man muss gemeinsam daran arbeiten. Daher achtet bitte darauf, dass vor lauter Spaß und Unverbindlichkeit nicht eure Fähigkeit euch zu binden verloren geht. Denn während der schnelle Spaß vielleicht zunächst nach Leben aussieht, so ist es langfristig sicherlich nicht das was euch erfüllen wird und damit das Leben lebenswert macht.

Daniel arbeitet bei der Otto Group als E-Commerce und Online Marketing Berater. Um sich selbst zu verwirklichen und den Entrepreneur in seiner Seele auszuleben, baut er nun gemeinsam mit seiner Ehefrau den Geschenke Blog ohphoria.de auf. In diesem Gastbeitrag teilt er seine Erfahrungen, welche Gedanken uns vom Leben abhalten können und warum es wichtig ist jeden Tag zu leben.