Quelle: www.script5.de

„Wen der Rabe ruft“
Autor: Maggie Stiefvater
Preis: 18,95€
Verlag: Script5
464 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-8390-0153-0
Wen der Rabe ruft

»Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen – bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird. Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?«


Schon das Erscheinungsbild des Buches „Wen der Rabe ruft“ hat mich neugierig auf den Inhalt gemacht. Es ist düster und gleichzeitig etwas kindlich gestaltet, weswegen ich mich eingestellt hatte auf einen Inhalt, der nicht allzu komplex ist. Außerdem hat das Cover eine Wirkung auf mich wie ein gemaltes Bild, das man sich an die Wand hängen möchte und durch das man sich hindurchträumen könnte. Für mich war es also mehr als nur einladend, sodass ich das Buch sofort haben wollte und mich auf die Geschichte freute.

Maggie Stiefvater konnte mich am Anfang noch nicht gut fesseln, was aber eher mit dem Einstieg in das Buch zu tun hatte. Schon nach den ersten 70 Seiten, die ich in einem Flug gelesen habe, den ich nicht mal richtig gespürt hatte, war ich mir sicher, dass „Wen der Rabe ruft“ einfach total genial geschrieben ist! Man sagt in der Mediengestaltung über Schrift, dass man Schrift nicht mitkriegen soll, wenn sie gut gesetzt ist. So ist es dann bei dem Buch, dass man nicht jedes einzelne Wort wie ein Minzblatt durchkauen muss [wer das Buch liest, weiß, dass man hier schmunzeln könnte], sondern sich vollkommen dem Inhalt hingibt. Ich habe es kaum noch aus der Hand gelegt, so gut ist es!

Am Anfang lernt man im Buch die Hauptperson Blue kennen, die mit ihren 16 Jahren noch nicht wirklich viel Erfahrung sammeln konnte und doch ist sie die Tochter einer Wahrsagerin. Durch die ganze Geschichte zieht sich der rote Faden mit Blue, ihrer Fähigkeit und dem Drumherum. Ihr Leben ist nicht gerade das Normalste von allen, aber sie versucht so gut wie möglich ihr Leben zu leben bis zu dem Punkt als ihr auf dem Kirchhof ein Geist begegnet, den sie selbst sieht, was sie normalerweise nicht kann. Auch die mitspielenden Personen in Blues nahem Umfeld sind gigantisch ausgearbeitet, sodass man sich richtig gut vorstellen kann wie magisch diese wirken müssen. Besonders finde ich an dem Buch, dass es außer ihre Mutter, die anderen Wahrsagerinnen, Orla [muss man nicht kennen, ist aber ganz süß dargestellt] und die Mutter von Adam keine weiteren weiblichen Charaktere vorhanden sind. Trotz der männerlastigen Lektüre sind die männlichen Figuren unglaublich verschieden und gut ausgearbeitet, sodass man ein gewisses Gleichgewicht spürt, das sich im Buch breitmacht.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich jetzt ein kleiner Fan von Maggie Stiefvater bin. Im Laufe des letzten Lesens bin ich immer wieder darüber gestolpert wie die Einteilung der Kapitel vorgenommen wurde. Bei „Die Wünsche meiner Schwestern“ waren sie ziemlich langgezogen, was bei „Wen der Rabe ruft“ in einem sehr gut abgeschätzten Rahmen getan wurde. Die Spannung wird gehalten und man möchte immer weiterlesen. Ich möchte dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen es mal zu lesen und da bald Weihnachten oder Nikolaus oder vielleicht noch ein Geburtstag von euch vorhanden ist, tut euch was Gutes oder wünscht es euch von euren Liebsten! Dazu möchte ich mich noch einmal bei vorablesen.de bedanken, dass ich die Chance bekommen habe dieses tolle Exemplar lesen zu dürfen!